{"id":485,"date":"2018-06-26T06:06:53","date_gmt":"2018-06-26T06:06:53","guid":{"rendered":"http:\/\/jgv-kripp.de\/?page_id=485"},"modified":"2019-01-09T08:25:29","modified_gmt":"2019-01-09T08:25:29","slug":"ansprache125","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jgv-kripp.de\/?page_id=485","title":{"rendered":"Ansprache125"},"content":{"rendered":"<h1>Ansprache zum 125. Jubil\u00e4um<\/h1>\n<div id=\"Blocksatz\">Die folgenden Ausf\u00fchrungen \u00fcber Junggesellenvereine sind der Festansprache entnommen, die Karl Deres, MdB, als Schirmherr anl\u00e4sslich der 125-Jahr-Feier des Junggesellenvereins Freundschaftsbund Kripp am 30. April 1982 hielt. D. Red.<\/div>\n<div><\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Ewig junge Junggesellen<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Dem Junggesellenverein-Freundschaftsbund Kripp zum 125j\u00e4hrigen Bestehen<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Karl Deres<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"Blocksatz\">Der Junggesellenverein-Freundschaftsbund Kripp feiert ein ganz besonderes Maifest in seiner langen Geschichte. Dies ist ein Tag voller Stolz und Freude f\u00fcr diesen Verein und f\u00fcr alle B\u00fcrger von Kripp. Ist es in unserer Zeit nicht etwas ganz besonders Kostbares, wenn die Junggesellen von Kripp \u00fcber 125 Jahre unver\u00e4ndert das Junggesellenbrauchtum des Wonnemonats Mai gepflegt und f\u00fcr Kripp erhalten haben? Ich denke, dass dies nur dort m\u00f6glich ist, wo eine gewachsene Ortsgemeinschaft vorhanden ist und wo junge Leute das Gef\u00fchl haben, mit ihrem Maibrauchtum in der Gemeinschaft ihres Ortes einen anerkannten Platz zu haben. Allgemein ist es ja bekannt, dass in bestimmten Landstrichen von Rheinland-Pfalz die Junggesellenvereine einen festen Platz im vielgestaltigen kulturellen Gef\u00fcge unseres Landes haben. K\u00fcrzlich habe ich beim Suchen nach Material f\u00fcr diese Rede in einer Bonner Seminarbibliothek eine Inaugural-Dissertation aus dem Jahre 1927 gefunden. Eine Doktorarbeit also. Das Interessante an dieser Arbeit ist das Thema: \u00bbDer Junggesellenverein in der Eitel\u00ab. Genauso interessant erscheint mir auch die Herkunft und der Lebenslauf des Verfassers zu sein. Sein Name ist Leo Hilberath, 1903 in Remagen geboren, besuchte das Realgymnasium Ahrweiler-Bad Neuenahr und war mehrere Jahre im Landratsamt in Ahrweiler besch\u00e4ftigt. Seine Arbeit ist h\u00f6chst aufschlussreich, behandelt es doch ein Thema, was mit unserer Heimat, insbesondere mit Kripp, aufs engste verbunden ist. Die historischen Wurzeln der Junggesellenvereine werden hier aufgezeigt, Schauplatz dieser \u00bbM\u00e4nnerb\u00fcnde\u00ab\u00bb war und ist die l\u00e4ndliche Eifel, das Gebiet zwischen den St\u00e4dten Koblenz, Trier, Aachen und Bonn. In der Geschichtsforschung gibt es keinen Zweifel daran, dass die historischen Wurzeln des Junggesellenvereins tief hineinreichen in die heidnischgermanische Urzeit. Es gibt an der Ahr Junggesellenvereine, deren Urspr\u00fcnge 500 und mehr Jahre zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnen. Wenn wir an die Hauptaktion des Junggesellenvereins, das \u00bbMaijeloog\u00ab (Maigelage, Maiorgie) ankn\u00fcpfen, so f\u00e4llt besonders die Identit\u00e4t mit der Feier des Fr\u00fchlingseinzuges auf: bis in die graue Vorzeit ist der germanische Wonnemonat Mai der rechte Fr\u00fchlings- und Liebesmonat gewesen. Das Maifest ist als eine Art symbolische Verm\u00e4hlungsfeier der G\u00f6tter begangen worden, wie ja auch die Germanen Wodans und Freyas Verm\u00e4hlung an diesem Tag feierten. Das heutige Mailehen steht damit im engsten Zusammenhang. Bei den Germanen wurden seinerzeit bisweilen z\u00fcgellose Orgien gefeiert. \u00bbDer Junggesellenverein offenbart sich\u00abnach Auffassung des Doktoranden\u00bbbei eingehender Untersuchung \u00fcberall als ein Gebilde, dessen Aufgabe es ist, eine an sich der Sinnenbejahung der Jugend und der Ankn\u00fcpfung von Liebesbeziehungen ung\u00fcnstige Umwelt umzugestalten bzw. speziell f\u00fcr die Schaffung von Situationen zu sorgen, welche dahin tendieren, die Beziehungen zum anderen Geschlecht zu realisieren.\u00ab Die \u00bbung\u00fcnstige Umwelt\u00ab d\u00fcrfte sich wohl heute ge\u00e4ndert haben, hingegen die Sinnenbejahung der Kripper Junggesellen und einiges mehr aus germanischer Urzeit ist auch heute noch sichtbar gegeben. Aber nun im Speziellen zu den Junggesellen: Was ist das, ein Junggeselle? Mario Adorf meint: ein Junggeselle ist ein Mann, der lieber Socken stopft als M\u00e4uler. F\u00fcr Frauen sind Junggesellen insgeheim so etwas wie Feldherren, die noch keine Schlacht verloren haben.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">F\u00fcr Catherina Valente sind Junggesellen M\u00e4nner, die lieber suchen als finden. Ein bekannter Mann hat einmal geschrieben: \u00bbEhem\u00e4nner haben im allgemeinen mehr Fantasie als Junggesellen, sie haben sie aber auch n\u00f6tig.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Das war sicherlich in ganz bestimmte Richtung gedacht; denn dass man im Junggesellenverein Freundschaftsbund Kripp tats\u00e4chlich in mannigfacher Hinsicht Fantasie entwickelte, zeigen die Initiativen, die von diesem Verein w\u00e4hrend der 125 Jahre seines Bestehens ausgingen. Das Maifest, Kirmes und das Martinsfest, um nur einige Veranstaltungen des Jubelvereins zu nennen, haben das Ortsleben von Kripp aktiviert. Und somit muss man auch diesem Verein best\u00e4tigen, dass er als Tr\u00e4ger einer lebendigen Tradition einen festen Platz im kulturellen Gef\u00fcge unseres Landes hat.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Frohe Geselligkeit allen zu erschlie\u00dfen, das sind nach wie vor, trotz mancher kritischen \u00c4u\u00dferungen gegen das Vereinswesen, berechtigte und nicht hoch genug zu veranschlagende Aufgaben auch der Junggesellenvereine, und es ist keine Frage, dass sie damit auch einen Beitrag zur sinnvollen Ausf\u00fcllung und Bew\u00e4ltigung der Freizeit leisten!<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Frohe Geselligkeit allen zu erschlie\u00dfen, das sind nach wie vor, trotz mancher kritischen \u00c4u\u00dferungen gegen das Vereinswesen, berechtigte und nicht hoch genug zu veranschlagende Aufgaben auch der Junggesellenvereine, und es ist keine Frage, dass sie damit auch einen Beitrag zur sinnvollen Ausf\u00fcllung und Bew\u00e4ltigung der Freizeit leisten!<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Das der vereinseigene Spielmannszug und Jugendabteilung hierzu entscheidend beitragen, brauche ich eigentlich nicht zu erw\u00e4hnen. Dies ist jedem, der den Jubelverein kennt, bestens bekannt.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Die Zeiten, wo sich das kulturelle Leben darin ersch\u00f6pfte, dass man im Hinterzimmer einer Dorfsch\u00e4nke auf einem in grauer Vorzeit von k\u00f6niglich-kaiserlichen Hoflieferanten fabrizierten Klavier ein paar T\u00f6ne anschl\u00e4gt, um zwei Dutzend weinge\u00f6lter Kehlen zum Ausruf zu veranlassen, dass die Wacht am Rhein immer noch fest stehe, sind vorbei. Aber man kann auch heute noch feiern und Feste so gestalten, dass sie nach wie vor Ausdruck von Heimatliebe und urspr\u00fcnglicher Lebensfreude darstellen. Und gerade auch f\u00fcr den Rhein-Ahr-Raum, aus dem ich ja auch komme, hat ja diese Lebensfreude ihren besonderen Platz gefunden, was allj\u00e4hrlich bei unseren Heimatfesten Tausenden von Einheimischen und G\u00e4sten ausdrucksvoll vor Augen gef\u00fchrt wird.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Ich halte es deshalb f\u00fcr besonders wichtig auch einmal den Dank an den Vorsitzenden, den Vorstand und allen Mitarbeitern zum Ausdruck zu ,bringen. Wer in der heutigen Zeit oft \u00fcber Jahre hinweg die Geschicke eines Vereins lenkt, verdient besondere Anerkennung. Ich kenne aus eigener jahrelanger Vereinst\u00e4tigkeit die Probleme dieser gro\u00dfen gemeinschaftlichen Einrichtungen. F\u00fcr den Vorsitzenden und alle seine Mitarbeiter ist ein solches Jubil\u00e4um der beste Beweis, dass ihre Arbeit und die Arbeit ihrer Vorg\u00e4nger f\u00fcr das Allgemeinwohl von gro\u00dfem Nutzen war.<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Junggesellenverein und Freundschaftsbund von Kripp, dessen Ziel es bleibt, weiterhin altes und kulturelles Gut im Bewu\u00dftsein der Bev\u00f6lkerung wach zu halten, eine wesentliche Antriebsfeder f\u00fcr den Ort war und heute noch ist. Es gilt zu betonen, dass das, was in Vereinen ihrer Pr\u00e4gung an pers\u00f6nlichem Engagement und freiwilligen Einsatz sichtbar nach au\u00dfen tritt, in h\u00f6chstem Ma\u00dfe beispielhaft f\u00fcr viele Bereiche unseres Staates und der Gesellschaft ist. Hier werden all jene besch\u00e4mt und L\u00fcgen gestraft, die da voller Kritik und Pessimismus glauben, uns einreden zu wollen, unsere Mitb\u00fcrger stellten samt und sonders nur Forderungen und Anspr\u00fcche an die Gemeinschaft, indem sie dar\u00fcber hinaus den Staat als dauernd melkbare Kuh betrachten. Vereine, wie der Junggesellenverein Freundschaftsbund widerlegen derartige Behauptungen augenf\u00e4llig. Zum Schluss noch ein paar kurze Worte zum Junggesellen:<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Bei der hier ansehnlichen Zahl der Junggesellen stellt sich dem Politiker die Frage, ob der Typus Junggeselle auf Dauer in der Mehrheit bleibt. Die Erfahrung lehrt: es ist nicht so! Woran liegt es?<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Es gilt auch heute noch der Satz: Die Damen sind die besseren Diplomaten. Unterfamilienpolitischen Aspekten kann ich dies nur begr\u00fc\u00dfen und folgendes raten: Junggesellen, nehmt es so hin, wie, wie es sein muss. W\u00e4hlt und entscheidet Euch, werdet gute Koalitionspartner auf Lebenszeit; sorgt daf\u00fcr, das der Jubelverein ausreichen Nachwuchs bekommt und das Eure Feste nicht aus Mangel an Junggesellen eingestellt werden m\u00fcssen. Es w\u00e4re schade drum.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"Blocksatz\">Drum hebt das Glas und pr\u00fcft den Wein,<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Vergesset nicht die sch\u00f6ne Maid<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">und seid ihr wohl gewogen<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">Ewig werdet Ihr nicht sein,<\/div>\n<div id=\"Blocksatz\">die Junggesellen von Kripp am Rhein&#8230;<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ansprache zum 125. Jubil\u00e4um Die folgenden Ausf\u00fchrungen \u00fcber Junggesellenvereine sind der Festansprache entnommen, die Karl Deres, MdB, als Schirmherr anl\u00e4sslich der 125-Jahr-Feier des Junggesellenvereins Freundschaftsbund Kripp am 30. April 1982 hielt. D. Red. 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